Stoppt den Pflegenotstand an Bayerns Krankenhäusern

8. März – für Gleichstellung, Aufwertung und Entlastung

Internationaler Frauen Tag / Pflege

8. März – für Gleichstellung, Aufwertung und Entlastung

Flugblatt IFT 2019 ver.di Flugblatt IFT 2019

Seit über 100 Jahren kämpfen Frauen am 8. März für Gleichberechtigung, weltweit schließen sich aktuell Frauen zu einer Bewegung des Protestes zusammen.

Wir haben das Wahlrecht und die Gleichberechtigung vor dem Gesetz erreicht. Daran zeigt sich, was Frauen erreichen können, wenn sie sich auf den Weg machen und gemeinsam für ihre Interessen einsetzen. Viele der Verbesserungen sind heute Selbstverständlichkeiten. Aber wir wissen auch, diese müssen gelebt, verteidigt und weiter ausgebaut werden. Nach wie vor gibt es viel zu tun.

Schon heute arbeitet jede*r vierte Erwerbstätige im Bereich »Öffentliche Dienstleistungen, Erziehung, Bildung, Gesundheit und Pflege«. Arbeit in diesen Feldern legt den Grundstein für eine lebenswerte und zukunftsträchtige Gesellschaft. Wir sorgen für sozialen Zusammenhalt, ein demokratisches Gemeinwesen, eine lebendige Zivilgesellschaft, eine

leistungsfähige Wirtschaft, gesellschaftlichen Wohlstand, soziale Sicherheit, eine funktionierende Gesundheitsversorgung und den Abbau sozialer Ungleichheit. Und es heißt Arbeitsplätze zu schaffen, von denen und mit denen man gut leben kann. Für diese Zukunft arbeiten wir.

Es ist die Arbeit der Beschäftigten im Sozial- und Gesundheitswesen, welche die Zukunft unserer Gesellschaft, Wirtschaft und soziales Miteinander maßgeblich prägt.

Weiterhin sind es in erster Linie Frauen, die die Erziehung und Betreuung von Kindern, Pflege von älteren Menschen und Versorgung von Patientinnen und Patienten leisten. Frauen putzen dieses Land und sorgen in den Kantinen der Betriebe für unsere Ernährung.

Dass diese Arbeiten weniger gelten und niedriger bewertet werden als Tätigkeiten in den traditionellen Domänen der »Männerarbeit «, drückt sich nicht nur in schlechter Bezahlung aus. Frauen verdienen im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer. Es ist auch Ausdruck fehlender gesellschaftlicher Anerkennung für diese Tätigkeiten. Diese Themen treffen uns alle, in ganz besonderer Weise aber Frauen.

Die notwendige Zeit für Sorgearbeit wird unzureichend finanziert und durch zu wenig Personal verweigert. Unter diesen Bedingungen sind viele Beschäftigte nicht mehr bereit, die berufliche Verantwortung für Sorgearbeit zu übernehmen.

Die Folge ist eine zunehmende Krise in der Daseinsvorsorge vor allem für ältere und kranke Menschen, sowie in den Bildungseinrichtungen für unsere Kinder – in Kitas, Ausbildungsbereichen und Universitäten.

Damit Sorgearbeit im privaten Bereich stattfinden kann, reduzieren viele Frauen ihre Erwerbsarbeitszeit oder arbeiten gleich in Mini- oder Midi-Jobs. Wir wissen, was das bedeutet: Teilzeit, Altersarmut und das ständige Gefühl, sich selbst, den Liebsten, dem Anspruch an die eigene Arbeit niemals gerecht werden zu können.

Nehmen wir uns am 8. März die Zeit, um an der Seite von Millionen Frauen in der Welt uns und unsere Arbeit, unsere Sorgen und Hoffnungen sichtbar zu machen und unsere Kraft zu vereinen. Es ist höchste Zeit. Verschaffen wir uns Respekt.

  • Wir rufen euch auf: Beteiligt euch am 8. März an den gewerkschaftlichen Aktivitäten vor Ort und in den Betrieben.
  • Bringt selbst welche auf den Weg! Wir haben im Sozial- und Gesundheitswesen schon viel bewegt. Gemeinsam können wir noch mehr erreichen:
  • Wir fordern eine am tatsächlichen Bedarf orientierte gesetzliche Personalbemessung für Beschäftigte in Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen. Nur so können gute Arbeitsbedingungen entstehen.
  • Wir fordern verlässliche Dienstpläne und die Verbesserung von Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
  • Wir fordern Entlastung für die Beschäftigten in Krankenhäusern, im Rettungsdienst, in Pflegeheimen, Rehakliniken, Behinderteneinrichtungen, im Sozial- und Erziehungsdienst.
  • Wir setzen uns ein für die Aufwertung von Sozial-, Erziehungs- und Gesundheitsberufen– eine gute Bezahlung gehört dazu.
  • Wir fordern eine solidarische Finanzierung der Versorgung alter Menschen – wir brauchen endlich eine Pflegevollversicherung.

 Diese und weitere Informationen können Sie dem Flugblatt entnehmen, dass zum Download bereitsteht.