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Tarifinfo Service-Gesellschaften Bayern - mehr Lohn und Anerkennung

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Tarifinfo Service-Gesellschaften Bayern - mehr Lohn und Anerkennung

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„Das waren mit Sicherheit eine der langwierigsten und härtesten Tarifverhandlungen, die ich erlebt habe“, so Renate Heilmann, Mitglied der Tarifkommission für die Leo Service GmbH. Eigentlich hätte bereits 2020 ein neuer Tarifvertrag stehen sollen. Dann kam Corona und somit haben wir entschieden die Verhandlungen erstmal auszusetzen. „Es war gut, dass wir uns auf die 1.300 Euro Sonderzahlung für 2020 als Zwischenlösung durch einen Tarifvertrag erreicht haben“, so Claudia Staub, Mitglied der Tarifkommission für die Servicegesellschaft der Sozialstiftung Bamberg. Aber klar war und ist: wir wollen höhere Löhne! Wir wollen ein modernes Lohngefüge! Und das bedeutet, dass es eine Stufenregelung für langjährig Beschäftigte geben muss.

Stufenregelung für langjährige Mitarbeiter*innen

Im November haben wir per Videokonferenz die Verhandlungen wiederaufgenommen. Es quietschte ordentlich. Ganz wörtlich durch die Störungen bei der Technik, viel wichtiger: inhaltlich. „Wir waren geschockt und empört!“ So beschreiben Sonja Ziegler und Sylvia Lehmann die Stimmung in der Tarifkommission. Das Angebot der Arbeitgeber sah auf den ersten Blick besser als das letzte aus. Der absolute Hammer war allerdings, dass Krankheit deutliche Lohneinbußen bedeutet hätte. „Das geht für uns überhaupt nicht!“. Daher haben wir uns nach langem hin und her auf einen neuen Verhandlungstermin am 15. Februar geeinigt. Dazwischen gab es viele Infos von den Arbeitgebern für euch, die einige verwirrt haben. „Freiwillige Zahlungen helfen uns nicht, erst recht nicht auf Dauer“.

Höhere Tariflöhne

Beim zweiten Termin gab es ein hartes Ringen. Zum einen über die Lohnsteigerung an sich und zum anderen um eine Stufenregelung. Zudem bezog sich das Angebot lediglich auf die Beschäftigten in der Gruppe A. Was ist mit Beschäftigten in B, C und D? „Als Tarifkommission haben wir deutlich gemacht: wir reden nicht über Mindestlöhne! Der Tarifvertrag der Gebäudereinigungsbranche passt nicht zu uns. Wir sind systemrelevant. Kein Krankenhaus funktioniert ohne unsere Arbeit“, so Renate Heilmann und Claudia Staub.

Laufzeit und Steigerung

Strittig war auch die Laufzeit des Tarifvertrages. Die Arbeitgeber wollten mindestens vier Jahre. Die Tarifkommission wollten maximal 2,5 Jahre. Nach langem hin und her konnten wir uns auf eine Laufzeit bis zum 31. Juli 2024 einigen.

Die Löhne für alle Beschäftigten steigen jeweils zum 1. Februar 2021, 2022, 2023 und 2024.

Redaktionsverhandlungen

Jetzt sind die Eckpunkte geklärt. Nun geht’s um den konkreten Tariftext. „Daran arbeiten wir, damit für unsere ver.di Kolleginnen und Kollegen keine Fragen offen bleiben“, so Verhandlungsführer Robert Hinke. Insbesondere geht es um die Information in welche Stufe jede und jeder einzelne eingestuft wird. Dann können wir den Tarifvertrag unterschreiben. Damit ist er dann rechtskräftig und wirkt unmittelbar für ver.di Mitglieder.

Gemeinsam erreicht

„Ohne euch alle, die aktiv im Betrieb waren, ohne die Tarifkommission hätten wir diesen Tarifvertrag nicht zustande bringen können“, stellen Robert Hinke und Marietta Eder, von der Gewerkschaft ver.di fest. Wir haben für eine deutliche Steigerung und eine moderne Systematik lange kämpfen müssen. Mit Sicherheit hätten wir uns noch mehr Anschluss an die Löhne der Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst gewünscht. „Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist nun gemacht.“

Diese und weitere Hintergrundinformationen finden Sie im Flugblatt, dass zum Download bereitsteht.