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BRK Tarifinfo - Tariflicher Erfolg zum „alter(n)sgerechten Arbeiten“

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BRK Tarifinfo - Tariflicher Erfolg zum „alter(n)sgerechten Arbeiten“

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Eine langwierige Auseinandersetzung um Verbesserungen der Arbeitsbedingungen findet nunmehr ein vorläufiges Ende. Wir haben ein tarifliches Paket geschnürt, welches nachstehende Elemente umfasst:

  • Zusatzurlaub,
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement,
  • Gesundheitsfonds,
  • Zeitwertkonten (Langzeitkonten),
  • TV Mobile Arbeit.

Richtig angewandt, werden Arbeitsbelastungen aufgegriffen und angegangen. Für uns war und ist die Entlastung langjähriger Kolleg*innen in Schichtarbeit ein maßgeblicher Punkt. Diese haben künftig – unabhängig davon, ob sie im Rettungsdienst oder der Altenpflege beschäftigt sind – einen Anspruch auf bis zu zwei zusätzliche bezahlte freie Tage.

Nachdem die ver.di Tarifkommission schon Ende Juli den erzielten Tarif-Kompromiss zugestimmt hatte, hat nunmehr auch die Arbeitgeberseite die verhandelten Eckpunkte beschlossen. Nunmehr geht es an die finale Ausarbeitung der Tariftexte.

Zusatzurlaubsanspruch

Bereits heute sieht der Tarifvertrag BRK zusätzliche freie Tage für Beschäftigte, die ständig in Wechselschicht arbeiten vor (nach dem § 48a des BAT; § 19 des BRK-TV).

Diejenigen, die von dieser Regelung bisher positiv betroffen waren, bekommen als Ausgleich für ihre Belastung einen zusätzlich freien bezahlten Tag.

Dieser Zusatzurlaubsanspruch erhöht sich um einen weiteren Arbeitstag, wenn ein Beschäftigter zusätzlich 20 Jahre im Schichtdienst beim BRK beschäftigt war. Damit wird die besondere Belastung durch Schichtarbeit und das Lebensalter berücksichtigt. Es sind hierdurch bis zu 7 Tage Zusatzurlaub möglich!

Gesundheitsfonds

Es wird ein mit dem Arbeitgeber BRK tarifierter Fonds zur Förderung zusätzlicher Maßnahmen im Arbeits- und Gesundheitsschutz etabliert. Der Fonds wird aus 0,2 Prozent der Jahres-Brutto-Lohnsumme (einschl. Arbeitgeberanteil) des Vorjahres für das jeweils folgende Jahr gebildet.

Förderfähige kollektive Maßnahmen sind:

  • Förderung von betrieblichen Projekten und Maßnahmen, die dem alternsgerechten Arbeiten dienen;
  • Förderung von betrieblichen Projekten und Maßnahmen, welche die Gesundheit verbessern oder unterstützen;
  • Förderung von betrieblichen Projekten, welche die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern oder unterstützen.
  • Förderung der Absicherung des Berufsunfähigkeitsrisikos.

Die konkreten Maßnahmen, die gefördert werden sollen, werden im Arbeitsschutzausschuss beraten. Gegen das Votum des Personalrates können keine Mittel aus dem tariflichen Fonds abgerufen werden. In diesem Fall beraten die Betriebsparteien gesondert mit dem Willen zur Einigung über einzelne Maßnahmen. Sollte es zu keiner Einigung kommen, kann eine der Parteien eine tarifliche Schlichtungsstelle anrufen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

Es wird u.a. ein paritätisch besetzter, regelmäßig tagender BGM-Steuerungskreis im Landesverband eingerichtet, der aus jeweils drei stimmberechtigten Vertreter/innen des Arbeitgebers und des Gesamtpersonalrates besteht. Der Steuerkreis unterstützt die Kreis- und Bezirksverbände und die Landesgeschäftsstelle beim Aufbau und bei der Umsetzung ihrer Aktivitäten zum Arbeits- und Gesundheitsschutz. Weiterhin wird es einen jährlich zu erstellenden Gesundheitsbericht geben, der vom Arbeitsschutzausschuss zu erstellen ist. Er informiert Geschäftsführung, Leitungs- und Führungskräfte sowie Beschäftigte über Probleme, aber auch erfolge im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Der Bericht enthält abzuleitende Empfehlungen.

Spätestens alle vier Jahre wird von Seiten der Landesgeschäftsstelle für das BRK ein zusammenfassender Bericht aus den vorliegenden Einzelberichten erstellt.

Damit wollen wir den Arbeits- und Gesundheitsschutz aufwerten und eine proaktive Richtung geben. Viel zu häufig wird nur auf Probleme reagiert, als diese systematisch anzugehen. Mit den verabredeten Instrumentarien besteht die Chance Gefährdungsbeurteilungen in einem betrieblichen Gesundheitsmanagement strategisch einzubetten.

Diese und weitere Informationen zu den Themen: Zeitwertkonten und mobile Arbeit und unsere Bewertung können Sie dem Flugblatt entnehmen, dass zum Download bereitsteht.