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Tarifinfo BRK: Altern(s)gerechtes Arbeiten

Tarifinfo BRK: Altern(s)gerechtes Arbeiten

Tarifinfo BRK_Alternsgerechtes arbeiten ver.di Tarifinfo BRK_Alternsgerechtes arbeiten

Nachdem nun organisatorische und inhaltliche Grundsätze und Verfahrensweisen in der Kommission „Altern(s)gerechtes Arbeiten“ zwischen ver.di und dem Arbeitgeber BRK geklärt sind, nimmt die Debatte um konkrete Maßnahmen „Fahrt auf“.

Position der ver.di Tarifkommission

ver.di sieht insbesondere folgende Handlungsfelder:

  • Tarifliche Regelungen zum Belastungsausgleich bei Nacht- und Schichtarbeit und ältere Arbeitnehmer*innen (z.B. in freie Tage oder kürzere Arbeitszeit) (möglichst abschlagsfrei).
  • Einführung eines Gesundheits- und Demografie-Managements / Lebensarbeitszeitkonto.
  • Ermöglichung von Altersteilzeit / vorzeitigem Renteneintritt über einen finanziellen Ausgleich von Freistellungsmaßnahmen oder Rentenabschlägen.
  • Elemente der Verhaltensprävention (Mitarbeiter*innenbindung) bzw. Mitgliedschaft „Gesunder Betrieb“ (verb. für alle KV, gem. Konzept).
  • Alter(n)sgerechte technische Ausstattung (Hebehilfen etc.)

Die Ausführungen der externen arbeitswissenschaftlichen Expertin, Tatjana Fuchs, haben bewirkt, dass in der Kommission ein gemeinsames Verständnis der Problemlagen und erste mögliche Maßnahmen diskutiert wurden.

Wichtige arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse

Leider werden gerade auf dem Feld der Arbeitszeitgestaltung arbeitswissenschaftliches Grundkenntnisse ignoriert und arbeitszeitrechtliche Verstöße bagatellisiert. Daher sei auch an dieser Stelle daran erinnert:

  • Der Mensch unterliegt einem natürlichen Zeitrhythmus, (Cirkadianrhythmus). Damit gehen tageszeitliche Leistungsschwankungen einher. Das heißt z.B., dass Nacht- und Schichtarbeit für Psyche und Körper belastender sind - mehr Energie/Energiereserven erfordern
  • Gesund ist es, wenn Belastungen möglichst innerhalb von 24 Stunden ausgleichen werden.

Daher….

  • sind Pausen/ Regenerationszeiten wichtig (vor allem bei intensiver Belastung!)
  • muss Arbeitszeitgestaltung immer die Regeneration im Auge behalten
  • Lange Arbeitszeiten erhöhen das Unfallrisiko. Eine riskante Mischung: Hohes Arbeitspensum und überlange Arbeitszeiten

Mit der Dauer der Schichtarbeit im Erwerbsverlauf wächst das Risiko von Erkrankungen und Erwerbsminderung:

  • Innerhalb der ersten 10 Jahre nimmt das Risiko von gesundheitlichen Beeinträchtigungen nur gering zu.
  • Zwischen 10 und 20 Jahren Schichtarbeit erfolgt ein linearer Anstieg des Risikos.
  • Nach mehr als 20 Jahren erfolgt ein überproportionaler, exponentieller Anstieg des Risikos.

Erste Verabredungen – Handlungsfelder

Die Kommission hat sich auf verschiedene Handlungsfelder geeinigt, die nun konkret ausgearbeitet werden:

  • Ausgleich für Schichtarbeitende / Nachtarbeitende
  • Lebensarbeitszeitkonto oder Finanzierungsfonds für Ausgleich, um z.B. Rentenabschläge bei vorzeitigem Renteneintritt abzumildern.
  • Leitplanken für eine Struktur eines verbesserten Arbeits- und Gesundheitsschutzes
  • Fonds für Gesundheitsförderung / Gesundheitspro-gramme; Beispiele für Maßnahmen der Gesundheitsförderung
  • Standards für die Arbeitszeitgestaltung / Arbeitsgestaltung
  • Qualifizierung der Dienstplangestaltung
  • Gestaltung mobiler Arbeit

 Diese und weitere Hintergrundinformationen finden Sie im Flugblatt, dass zum Download bereitsteht.