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Das Personal - Soll ist voll

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Das Personal - Soll ist voll

24.10.2018
Das Soll ist voll ver.di Das Soll ist voll

Nach einer Erhebung der Gewerkschaft ver.di müsste der Personalbestand allein in Bayerns Krankenhäusern um mindestens 22 Prozent angehoben werden, um vernünftige Arbeitsbedingungen und eine gute Versorgung zu gewährleisten. „Gemessen daran wäre der Personalstand in Bayerns Krankenhäusern am 22. Oktober ausgeschöpft, aber noch zweieinhalb Monate bis zum Jahresende zu überbrücken“, berichtete Robert Hinke, Leiter des Fachbereichs Gesundheitsdienste bei ver.di Bayern. In der Altenpflege sei die Situation nicht weniger dramatisch. Eine neue Bayerische Staatsregierung müsse deshalb ihre Möglichkeiten nutzen, der Misere in der Kranken- und Altenpflege abzuhelfen. „Wir erwarten deshalb von den Koalitionsverhandlungen in Bayern, dass es vor allem auch um öffentliche Daseinsvorsorge und die Bedingungen in der Pflege geht“, forderte Hinke.

Nach einer Befragung in 50 bayerischen Krankenhäusern wäre das Personal am 22. Oktober aufgebraucht. „Dass der Krankenhausbetrieb zwischen dem 23. Oktober und dem 31. Dezember nicht zusammenbricht, liegt allein daran, dass die Pflegekräfte über ihre Grenzen gehen“, ergänzte Kathrin Weidenfelder, Fachsekretärin für Krankenhausbranche in ver.di Bayern.

Aus Sicht der Gewerkschaft ver.di nutzt der Freistaat die ihm gegebenen gesetzlichen Möglichkeiten im Gesundheitswesen zu defensiv. Erst im Juni ist eine Gesetzesinitiative der SPD zur Änderung des Bayerischen Krankenhausgesetzes an den Parlamentsmehrheiten gescheitert. Kurz darauf hat ein breites Bündnis für ein Volksbegehren gegen den Pflegenotstand in knapp 2 Monaten 102.137 Unterschriften gesammelt - ein bayrischer Rekord für diese Phase eines Volksbegehrens.

„Wir erwarten von den potentiellen Koalitionären Bayerns, dass sie die Forderungen der Bevölkerung und der Beschäftigten ernst nehmen und nicht auf dem Rangierbahnhof der Zuständigkeiten ausmanövrieren“, betonte Hinke. Die Gewerkschaft ver.di wird am 22. und 23. Oktober in zahlreichen Krankenhäusern darauf aufmerksam machen – „das Maß ist voll!“