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Tarifverhandlungen mit Helios

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Tarifverhandlungen mit Helios

06.04.2021
Helios Tarifverhandlungen Nordbayern ver.di Pressemitteilung Helios Tarifverhandlungen Nordbayern

Tarifverhandlungen mit Helios HELIOS verweigert branchenübliche Bezahlung in den fränkischen KlinikenWährend für die HELIOS  Kliniken in Dachau und Bad Indersdorf vor Jahren der TVöD eingeführt wurde, weigert sich der Konzern der HELIOS Kliniken in Deutschland in den nordbayerischen
Kliniken in Kronach, Bad Kissingen mit Hammelburg und Miltenberg mit Erlenbach die Löhne an den Branchenstandard des TVöD anzupassen.

„Seit der Verkündung des Freseniuskonzern sind die Verhandlungen von Schwierigkeiten und Sturheit geprägt, darauf müssen wir reagieren“, so Robert Hinke, Landesfachbereichsleiter für Gesundheit und Soziales in ver.di Bayern. In Miltenberg und Erlenbach wurden die Verhandlungen ausgesetzt. Die Gewerkschaft hat dem Konzern mitgeteilt, wo die roten Linien liegen. Die Belegschaft sei streikwillig. In Kronach und Bad Kissingen mit Hammelburg wird noch verhandelt. Während auf destruktiver Art und Weise der Kampf um Fachkräfte in der Branche tobt, erwirtschaftet der HELIOS Konzern auf Kosten der Beschäftigten in fast allen Kliniken ein stattliches Plus.

„Bis zu 3 Millionen Euro Gewinn wurden und werden jährlich in den Häusern erzielt und dass auch während der Pandemie, die Löhne und Arbeitsbedingungen sollen aber moderat bleiben“, so Kathrin Weidenfelder, ver.di-Verhandlungsführerin für die fränkischen HELIOS Kliniken. Robert Hinke Leiter des Fachbereich Gesundheit in ver.di Bayern ergänzt: „Die Prämien für das Werben neuer Kolleg*innen haben teilweise den 5-stelligen Bereich in der Branche erreicht. Statt endlich strukturelle Verbesserungen der Arbeits- und Einkommensbedingungen zu ermöglichen, werden Abwerbekampagnen gegenüber anderen Krankenhäusern gestartet. Helios scheint hier nichts hinzuzulernen.“ Seit mehreren Monaten werden in den HELIOS Kliniken im Norden Bayerns Tarifverhandlungen geführt. Eine zusätzliche Corona Prämie, um die besonders belastende Situation der Kolleg*innen zu honorieren wird durch die Kliniken abgelehnt, obwohl der HELIOS Konzern Corona-Prämien anbietet. „Das Angebot der Lohnsteigerungen sieht auf den ersten Blick nicht schlecht aus, aber die Kolleg*innen werden abermals vom Lohn der Branche abgehängt,“ so Weidenfelder. In
allen fränkischen Kliniken haben wiederholt Proteste stattgefunden. Auch zum ersten April wird es hausinterne Protestaktionen geben. Ein Aprilscherz der Gewerkschaft ist dies nicht, ganz im Gegenteil. Die Kolleg*innen wollen zum Ausdruck bringen, dass sie nicht zu Scherzen aufgelegt sind. „Unsere Kolleg*innen sind angesichts der besonderen Situation nicht erneut bereit sich vertrösten zu lassen,“ so Robert Hinke. Die Belastungen und Anspannung in den Kliniken ist seit über einem Jahr extrem hoch. In einigen der Kliniken fanden vorbereitende Arbeitsgruppen teilweise über zwei oder drei Jahre hinweg statt, um das Entgeltsystem zu modernisieren. Der Geduldsfaden
ist bei den Gewerkschafter*innen zwischenzeitlich offenbar äußerst dünn. In Kronach wurden laut Gewerkschaft die Arbeitsgruppen zur Modernisierung des Eingruppierungssystems abgebrochen. Derzeit finden daher „nur“ Entgeltverhandlungen statt. In den anderen Kliniken, in Bad Kissingen, Hammelburg, Miltenberg und Erlenbach waren die Arbeitsgruppen erfolgreicher, aber auch hier seien noch einige wichtige Punkte zu verhandeln. Es gibt einen offenkundigen Zusammenhang zwischen der Mitteilung des Fresenius Konzerns, es müsse auch in den Kliniken gespart werden, und den plötzlich erschwerten Verhandlungen vor Ort in den nordbayerischen Häusern. Die Verhandlungen liefen vor allem in Bad Kissingen und Miltenberg konstruktiv, auch wenn man sich schrittweise angenähert hat, so hat man sich doch angenähert. Die Gewerkschaft bereitet sich auf eine Zuspitzung des Konfliktes vor.