Rettungsdienst

Bericht und Impressionen von unserer Fachtagung Rettungsdienst …

Rettungsdienst

Bericht und Impressionen von unserer Fachtagung Rettungsdienst am 04.03.2020 in München

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Am 04.03.2020 fand eine lebendige Fachtagung der Gewerkschaft ver.di zum Rettungsdienst im Münchner Gewerkschaftshaus statt. Es ging um die Gefahren einer Corona-Hysterie, gesetzliche Reformvorhaben in der Notfallversorgung, ein Mehr an Rechtssicherheit für Notfallsanitäter (Heilberufegesetz) sowie die Arbeitsbelastungen und ihre Folgen für den Rettungsdienst und seine Beschäftigten. In einer Podiumsdiskussion stritten Vertreter der Kommunalen Unfallversicherung, der AOK, des ASB, des Gesamtpersonalrates des BRK (ver.di-Fachkommission Rettungsdienst) und unsere ver.di-Expertin aus dem Bundesfachbereich über die bestehende Situation und mögliche Lösungen. Thema waren Arbeitszeit, fehlende Pausen, Schichtlängen, der Arbeits- und Gesundheitsschutz, Wettbewerb und Vertragspolitik sowie die Finanzierung des Rettungsdienstes. Eine rundum gelungene Veranstaltung, der im Herbst eine weitere Fachtagung folgen wird.

Zur Begrüßung musste Robert Hinke, Landesfachbereichsleiter für Gesundheit & Soziales in ver.di-Bayern, den Teilnehmenden berichten, dass unser Referent, Dr. Johannes Prottengeier, Projektleiter der Studie zu „Belastungen im Rettungsdienst – Ergebnisse der Studie zu Arbeitsbelastung und kritischen Einsätzen im Rettungsdienst in Deutschland“ seinen Beitrag kurzfristig absagen musste. Sein Arbeitgeber hat vor dem Hintergrund des Corona-Virus ein allgemeines Dienstreiseverbot veranlasst.

Hinke nutzte die Gelegenheit auf die allgemeine Hysterie zum Corona-Virus einzugehen. Im Unterschied zur allgemeinen Öffentlichkeit gilt, dass die meisten Beschäftigten im Gesundheitswesen gegenüber der Bevölkerung eine realistischere Einschätzung der Situation vornehmen könnten. So sei vielfach tatsächlich nicht bekannt, für wie viele Tote die Grippe allein in Deutschland alljährlich verantwortlich ist. Der Grippewelle in der Saison 2017/18 sind allein in Deutschland mindestens 25.000 Bürger*innen erlegen. Auch die Bedeutung von Hygiene und das professionelle Wissen darüber, wie man sich selbst und andere vor Infektionen schützt, trägt zu einem besonnenen Blick bei.

Das Corona-Virus zeigt jedoch, dass Deutschland auf den Fall einer ernsthaft gefährlichen Seuche nicht ausreichend vorbereitet wäre. Das gilt, so der Gewerkschafter insbesondere hinsichtlich der Aufklärungsarbeit und Kommunikationspolitik. Die Panik vor dem Virus scheint gefährlicher, als dieser selbst: Private Hamsterkäufe, Diebstahl von Schutzmasken und Desinfektionsmitteln in Krankenhäusern gehören zu den offensichtlichsten Fehlentwicklungen.

„Das Corona-Virus führe uns jedoch vor Augen“, betonte Hinke eindringlich, „wie wichtig es sei, in der medizinischen Versorgung flächendeckend Kapazitäten für Katastrophen und Epidemien vorzuhalten. Vielleicht führt dies auch zu einer Umkehr in der Politik. Der Ökonomisierung des Gesundheitswesens sind Grenzen zu setzen, die Notfallversorgung ist zu reformieren, der Rettungsdienst und Krankenhäuser auskömmlich zu finanzieren. Ohne Frage, der Corona-Virus und der Umgang mit diesem verschärft bestehende Probleme des Gesundheitswesens.“

Gesetzesvorhaben im Rettungsdienst – Notfallversorgung und Rechtssicherheit

Die „gewonnene“ Zeit nutze der Veranstalter und bat Marion Leonhardt, Expertin der Gewerkschaft ver.di für den Rettungsdienst (Bundesfachbereich 3), über die aktuellen Gesetzesvorhaben zum Rettungsdienst zu berichten.

Der ausführliche Bericht zu unserer Fachtagung beleuchtet folgende Themen:

  • Ein Engpassberuf im Teufelskreis - Belastungen reduzieren, Beschäftigte qualifizieren, Arbeitszeit verkürzen.
  • Die Ursachen zunehmend inakzeptabler Arbeitsbedingungen liegen für Robert Hinke auf der Hand:
  • Podiumsdiskussion – lebendiger Dialog für den Rettungsdienst
  • Zu lange Arbeitszeiten und fehlende Pausen
  • Arbeitsverdichtung
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Rahmenbedingungen

 und steht zum Download bereit.