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Tarifrunde im Öffentlichen Dienst - besondere Forderungen für …

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Tarifrunde im Öffentlichen Dienst - besondere Forderungen für Kliniken

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Tarifrunde bei Bund und Kommunen - Besondere Forderungen für Kliniken


Um sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro monatlich sollen die Einkommen der rund 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen steigen, für Auszubildende und Praktikanten/innen um 100 Euro. Dieses Ziel hat die ver.di-Bundestarifkommission am 8. Februar 2018 beschlossen. Doch zugleich hat sie eine Reihe weiterer Forderungen und Erwartungen formuliert, die bei den Verhandlungen eine Rolle spielen werden. Diese betreffen zum Teil speziell die Beschäftigten im Gesundheitswesen. Am 26. Februar wurden diese Forderungen gegenüber den Arbeitgebern eingebracht. Unerfüllbar seien diese Forderungen, behaupten die Arbeitgeber. Am 12./13. März und 15./16. April werden die Verhandlungen fortgesetzt.


Für Pflege-Azubis und angehende Hebammen ist die Vergütung ihrer Ausbildung eine Selbstverständlichkeit. Zu Recht. Doch Medizinisch-Technischen Assistent/innen, Physiotherapeut/innen, Diätassistent/innen, Orthoptist/innen, Logopäd/innen und Ergotherapeut/innen bekommen keinen Cent. Das muss sich ändern, meinen die Betroffenen. Sie fordern, ihre Ausbildungsberufe in die Tarifverträge des öffentlichen Dienstes einzubeziehen. Mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) wird darüber bereits verhandelt. Nun will ver.di dies auch bei Bund und Kommunen auf die Agenda setzen. Es gibt nicht nur moralisch, sondern auch finanziell keine Rechtfertigung dafür, betrieblich-schulische Auszubildende weiter als unbezahlte Arbeitskräfte auszubeuten. Denn die Krankenkassen müssen grundsätzlich eine Ausbildungsvergütung refinanzieren, soweit sie in einem Tarifvertrag vereinbart ist. Das hat das Bundesgesundheitsministerium bestätigt.

Nachtzuschlag auf 20 Prozent anheben


Alle Beschäftigte bei Bund und Kommunen, die nachts arbeiten, erhalten dafür einen Zuschlag von 20 Prozent – außer in den Krankenhäusern. Diese Kolleginnen und Kollegen werden mit 15 Prozent abgespeist. Dabei weiß jeder: Die Arbeit in den Kliniken ist extrem belastend. Laut ver.di-Nachtdienstcheck betreut eine allein arbeitende Pflegekraft nachts im Durchschnitt 26 Patientinnen und Patienten. Das ist Stress pur. Dennoch sollen Krankenhausbeschäftigte weniger bekommen als andere? Schluss damit!

Wir erwarten Gleichbehandlung


Auch in anderen Fragen werden Beschäftigte des Gesundheitswesens ohne jeden Grund benachteiligt. So gelten die Pausen bei Wechselschicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen nicht als Arbeitszeit – anders als im restlichen öffentlichen Dienst. Bei einer 5-Tage-Woche sind das bei 30 Minuten Pause täglich 2,5 Stunden und im Jahr 130 Stunden, die Beschäftigte in Krankenhäusern mehr arbeiten. Der Samstagszuschlag für Beschäftigte in Krankenhäusern, die nicht in Wechselschicht arbeiten, beträgt nur 64 Cent pro Stunde – andere Kolleg/innen bei Bund und Kommunen bekommen einen Aufschlag von 20 Prozent. In der Entgeltgruppe P7 sind das 3,34 Euro statt 0,64 Euro – 2,70 Euro mehr. Und Auszubildende nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) erhalten einen Lernmittelzuschuss von 50 Euro im Jahr. Auszubildende in der Pflege sind von dieser Tarifregelung ausgeschlossen. Die ver.di-Bundestarifkommission erwartet, dass in all diesen Fragen eine Gleichbehandlung hergestellt wird, auch wenn die betreffenden Tarifverträge nicht gekündigt sind und für diese Themen daher eine Friedenspflicht besteht. Gleiches gilt zum Beispiel für Verhandlungen über ein kostenloses Nahverkehrsticket für alle Beschäftigten.

Fest steht: Je mehr Kolleginnen und Kollegen bereit sind, sich für diese Positionen zu organisieren und gegebenenfalls auf die Straße zu gehen, desto mehr werden wir erreichen. Deshalb: Achtet auf Tarifinfos und folgt den Aktionsaufrufen eurer Gewerkschaft ver.di.


 »Die Bundestarifkommission erwartet, dass der Zusatzurlaub für Wechselschicht- und Schichtarbeit um 50 Prozent angehoben wird. Bei Wechselschicht könnte es dann höchstens 9 statt 6 zusätzliche freie Tage im Jahr geben, bei Schichtarbeit maximal 4,5 statt 3 Tage. Davon würden Pflegekräfte, aber auch einige Ärzte, Medizinisch-technische Assistenten und andere profitieren. Mehr Freizeit wäre ein wichtiger Ausgleich für den enormen Arbeitsstress und immerhin ein kleiner Schritt in Richtung Entlastung. Was für mich auch klar ist: Die Benachteiligung von Krankenhausbeschäftigten – zum Beispiel beim Nachtarbeitszuschlag – muss weg. Dafür gibt es keinerlei Rechtfertigung. Wichtig finde ich zudem die soziale Komponente bei der Entgeltforderung. Die Kolleginnen und Kollegen in den unteren Lohngruppen dürfen nicht weiter abgehängt werden.«

Umfangreiche Informationen Rund um die Tarifrunde im Öffentlichen Dienst finden Sie hier https://tarifdeluxe.de/ oder https://wir-sind-es-wert.verdi.de/