Pressemitteilungen

ver.di setzt Warnstreiks in Augsburg und Günzburg – Krumbach …

Tarifvertrag Entlastung

ver.di setzt Warnstreiks in Augsburg und Günzburg – Krumbach aus!

25.10.2017

In mehreren Gesprächen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und dem Klinikum Augsburg wurde bereits letzte Woche versucht eine Lösung im Tarifkonflikt: „Entlastung für die Beschäftigten“ zu finden. Das Ergebnis wurde heute von ca. 100 ver.di Streikdelegierten mit großer Mehrheit angenommen. Das Ergebnis enthält „Licht und Schattenseiten“. Es besteht:

1) Aus einem Sofortprogramm für noch zu definierenden Brennpunktstationen und

2) einer zwischen den Parteien zu gründenden paritätische betriebliche Kommission. Diese Kommission macht sich auf den Weg, die Themenfelder Ausbildungsqualität, Konsequenzenmanagement und Besetzungsstandards für die einzelnen Stationen verbindlich zu regeln.

„Das Sofortmaßnahmenpaket wurde sehr kritisch diskutiert, da es zu keiner flächendeckenden Entlastung im Pflegedienst im Klinikum Augsburg führen wird und es schwierige Punkte enthält,“ so Stefan Jagel, zuständiger Gewerkschaftssekretär für das Gesundheits- und Sozialwesen in Augsburg und Region. Gleichzeitig setzen die Streikdelegierten allerdings eine Hoffnung in den mittelfristigen Maßnahmenkatalog sowie in die paritätische betriebliche Kommission.

Das Klinikum Augsburg hat immer wieder erklärt, dass es zu keinen Tarifverhandlungen kommen kann. Aus ihrer Sicht sind sie nicht tarifzuständig. ver.di erklärte, dass es selbstverständlich Tarifverhandlungen geben könnte. Mit der Bildung der betrieblichen Kommission, die aus Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern des Klinikums Augsburgs besteht und zum Ziel hat, eine verbindliche und justiziable Regelung zu schaffen, die zur Entlastung führen könnte, gab es eine Lösung, für einen beginnenden Prozess der Verhandlung. Dieser Weg wurde heute von einer breiten Basis mitgetragen. Benjamin Gampel, Krankenpfleger und Streikdelegierter bezeichnete das Ergebnis: „Als guten Anfang, den wir jetzt nutzen sollten. Gleichzeitig erwarte er sich aber eine deutliche Entlastung für den Pflegedienst. Denn daran wird das Ergebnis gemessen.“

Der Vorstand des Klinikums Augsburg und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di waren sich einig, dass es grundsätzliche Veränderungen in der Krankenhausfinanzierung geben muss. Hierzu wurde verabredet, dass es in den nächsten Wochen gemeinsame Gespräche mit den Abgeordneten des Deutschen Bundestages, insb. der zu erwartenden Jamaika – Koalition und den politischen Vertreterinnen und Vertretern geben soll.

In Günzburg und Krumbach sollen ähnliche Gespräche nach den Herbstferien geführt werden. Deshalb setzt ver.di auch hier für die kommenden zwei Tage die Warnstreiks zunächst aus und wartet auch hier die Gespräche ab.