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„Jamaika hin oder her – Entlastung muss her“

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„Jamaika hin oder her – Entlastung muss her“

01.12.2017
171127_ Solifoto unserer LBFB Vorstands ver.di 171127_ Solifoto unserer LBFB Vorstands

„Die Gewerkschaft ver.di setzt ihre Proteste für Entlastung und mehr Krankenhauspersonal fort. Beschäftigte der RoMed Kliniken der Stadt und des Landkreises Rosenheim in Prien beteiligten sich unter dem Leitmotiv „Jamaika hin oder her – Entlastung muss her“ an den lokalen Aktionen. Eine Delegation des ver.di-Landesfachbereichsvorstandes Gesundheit und Soziales besuchte die Priener Kolleginnen und Kollegen. Volker Schmidt, zugleich Gesamtbetriebsrat an den RoMed Kliniken Rosenheim, erläuterte die Forderungen von ver.di: „Von einer künftigen Regierung erwarten wir eine gesetzliche Personalbemessung, ein Signal für mehr Krankenhauspersonal und eine Refinanzierung von Tarifsteigerungen“. Aber auch auf der betrieblichen Ebene sehen die Gewerkschafter Handlungsbedarf und drängt auf Lösungen.

In zahlreichen Kliniken Bayerns werden die Beschäftigten auch zum Monatswechsel ihre Aktionen fortsetzen. „Jamaika hin oder her – Entlastung und mehr Krankenhauspersonal muss her", erklärte der ver.di-Fachbereichsvorstand für Gesundheit und Soziales in Bayern auf seiner Klausurtagung in Prien. Robert Hinke, Landesfachbereichsleiter für Gesundheit und Soziales: „Die Farbenlehre der Politik darf hier keine Rolle spielen. Der Handlungsdruck ist unabweisbar: Beschäftigte und Patienten leiden unter der Personalnot. Aber auch die Arbeitgeber stehen in der Pflicht ihrer Verantwortung für gute Arbeitsbedingungen nachzukommen."

Die Proteste der letzten Monate und Wochen zeigten Wirkung. Keine Partei konnte sich der Thematik zur Personalsituation in den Krankenhäusern entziehen. „Ein zurück hinter das noch unzulängliche und bereits vergilbte Sondierungspapier der Jamaika-Koalitionäre darf es nicht geben. Von einer künftigen Regierung erwarten wir deutlich mehr: eine gesetzliche Personalbemessung, ein Signal für mehr Krankenhauspersonal und eine Refinanzierung von Tarifsteigerungen", ergänzte Achim Bonatz, Vorsitzender des Fachbereichs in Bayern. Aber auch auf der betrieblichen Ebene drängt ver.di auf Lösungen.

In verschiedenen Krankenhäuser Bayerns finden zwischen ver.di und Arbeitgebern konstruktive Gespräche statt, etwa im Klinikum Augsburg und den Kreiskliniken Günzburg-Krumbach. Erste Teillösungen werden in den nächsten Wochen konkretisiert. „Man sei auf der Zielgeraden", bestätigte auch der zuständige ver.di-Bezirkssekretär Stefan Jagel. Die Arbeitgeber wüssten, dass man sich nicht mehr hinhalten lasse. Auf den Protest und einen offenen Brief reagierte auch der Ver-waltungsrat der Donau-Ries Kliniken, welcher für dieses und das nächste Jahr zusätzlich je eine Million Euro für die Pflegekräfte freigegeben hat – ein Defizit in Kauf nehmend. Damit sollen neue Stellen geschaffen und Überstunden abgebaut werden. Zunehmend wachse auf Arbeitgeberseite die Bereitschaft die offenkundige Problemlage gemeinsam mit uns anzugehen.

Andere Arbeitgeber zeigten sich hingegen uneinsichtig. Obwohl die Arbeitssituation bei der HELIOS Amper Kliniken AG (Dachau, Indersdorf) als besonders dramatisch gelten darf, blockiere man jedwede wirksame Einigung zur Entlastung des eigenen Personals. „Moderne Standards einer modernen Krankenhausführung stehen hier offenbar den angestrebten Gewinnmargen entgegen", erklärte Hinke. Bislang fand im Haus keine Mitarbeiterbefragung zur Arbeitszufriedenheit und Arbeitsbelastung statt, noch gibt es transparent nachvollziehbare Kriterien der Personalbesetzung oder ein Ausfall- und Konsequenzenmanagement für Si-tuationen akuten Personalmangels. Die Beschäftigten sind nach zwei Warnstreiks nunmehr zur Urabstimmung über einen Erzwingungsstreik aufgerufen.

Weitere Informationen zu unseren Aktionen und lokale Ansprechparntern für die Presse, finden Sie in der Pressemitteilung, die zum Downlaod bereit steht.