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Arbeitgeber blockieren Tarifvertrag zur Entlastung

HELIOS / Bewegung Entlastung

Arbeitgeber blockieren Tarifvertrag zur Entlastung

27.11.2017
171124_Drohende Streiks bei HELIOS Amper Klinikum Dachau AG ver.di 171124_Drohende Streiks bei HELIOS Amper Klinikum Dachau AG

Auch die vierte Verhandlungsrunde der Tarifverhandlungen zur Entlastung der Pflege ist bei der HELIOS Amper Kliniken AG in Dachau ergebnislos verlaufen. „Der Arbeitgeber ist bislang zu keiner wirksamen Regelung zur Entlastung der Beschäftigten bereit. Jegliche Art von Verbindlichkeit zu einer ernsthaften Entlastung der Beschäftigten, die auch einer besseren Patientenversorgung zugutekäme, lehnt der HELIOS Konzern ab“, so Landesfachbereichsleiter und Verhandlungsführer Robert Hinke.

Zuletzt hatte ver.di die Warnstreiks ausgeweitet. Jetzt drohen weitere Ausstände. Bis kommenden Dienstag (28.11.2017) sind die Mitglieder aufgerufen darüber zu entscheiden, ob es weitere Arbeitsniederlegungen in Dachau und Indersdorf zur Durchsetzung der Gewerkschaftsforderungen geben wird. „Von Sonntagsreden haben die Beschäftigten genug“, sagte der für den Betrieb zuständige Gewerkschaftssekretär Christian Reischl. „Jetzt muss endlich gehandelt werden, für die Gesundheit der Beschäftigten und der Patienten.“

Bei Zustimmung der Mitglieder können mehrtägige Erzwingungsstreiks direkt im Anschluss aufgenommen werden. „Selbstverständlich werden wir alles Notwendige tun, um Gefährdungen zu meiden und einen Notbetrieb aufrechtzuerhalten“, erklärte Reischl. „Allerdings werden wir uns wie bisher nicht auf eine Notdienstvereinbarung einlassen, die Beschäftigten ihr Streikrecht nimmt oder gar mehr Personal vorsieht als mittlerweile im Normalbetrieb.“

Die Gewerkschaft ver.di fordert ein Ausfall- und Konsequenzenmanagement, dass im Interesse der Beschäftigten sowie der Versorgungsqualität und Sicherheit der Patienten verbindlich greift. Weiterhin soll es nach ver.di eine Prozessvereinbarung zur Personalbestimmung und zeitnah eine qualifizierte Mitarbeiterbefragung zum Arbeits- und Gesundheitsschutz geben. Auch die Ausbildung soll sich verbessern, um einen gut qualifizierten Nachwuchs für den Beruf aufzubauen.

„Es geht weiterhin um spürbare Einkommenserhöhungen, aber der Handlungsbedarf bei den Arbeitsbedingungen ist überaus dringlich. Die Beschäftigten sind am Limit, vielfach sind die Grenzen des Tolerablen längst überschritten“, betonte ver.di-Verhandlungsführer Hinke. „Die unternehmerische Freiheit endet dort, wo der Gesundheitsschutz beginnt. Unsere Forderungen laufen auf Standards eines modernen Krankenhausbetriebes hinaus. Mitarbeiterbefragungen, ein Ausfallmanagement etc. gehören zu einer qualifizierten Personalführung. Bei der Helios Amper Kliniken AG muss hierfür bedauerlicherweise gestreikt werden – für gute Arbeitsbedingungen und eine bessere Patientenversorgung“.